Inhalt anspringen

Bundesstadt Bonn

Rheinufer: Entwurfsplanung für zweiten Bauabschnitt beschlossen

Die Arbeiten zur Neugestaltung des Rheinufers im ersten Bauabschnitt zwischen Josefstraße und Altem Zoll laufen bereits seit September 2024. Jetzt hat der Stadtrat auch die Entwurfsplanung für den nördlich gelegenen zweiten Bauabschnitt zwischen Josefstraße und Rosental beschlossen. In diesem Bereich sollen erste vorbereitende Arbeiten voraussichtlich Ende 2025 starten.

Blick von oben auf die Baustelle an der Rheinuferpromenade

Eingeflossen in die Planung sind zahlreiche Wünsche der Bürger*innen, die im Rahmen verschiedener Beteiligungsformate eingebunden waren. So sind etwa eine Tanzfläche, Sitztreppen am Wasser, Sportgeräte, Trinkwasserspender und öffentliche Toiletten vorgesehen.

Die Neugestaltung des Rheinufers leistet auch im zweiten Bauabschnitt wichtige Beiträge zur Klimaanpassung: Insgesamt werden durch Entsiegelung über 1.600 Quadratmeter zusätzliche Grünflächen geschaffen. Als Wegebelag wird heller Naturstein in warmen Farbtönen verwendet, der sich bei Sonnenschein weniger stark aufheizt. Das Gefälle der versiegelten Bereiche ist so ausgerichtet, dass möglichst viel Regenwasser in den Grünflächen versickert. Überschüssiges Wasser wird in den Rhein abgeführt. Beete werden mit insektenfreundlichen und trockenheitsresistenten Stauden und Gräsern bepflanzt. Für die Neugestaltung müssen zwei Bäume gefällt werden. Im Gegenzug werden neun neue Klimabäume wie Baum-Magnolie, Ahorn oder Felsenbirne gepflanzt.

Verkehr wird beruhigt

Es wird eine 4,5 Meter breite Fahrradstraße eingerichtet, die im Abschnitt zwischen Josef- und Theaterstraße in Fahrtrichtung Süden auch für Anliegende, Reisebusse und Lieferfahrzeuge freigegeben ist. Zwischen Rosental und Wachsbleiche wird der motorisierte Individualverkehr (MIV) im Einrichtungsverkehr separat geführt. Da die Wachsbleiche in beide Richtungen für den MIV befahrbar ist, wird der Verkehr zukünftig oberhalb der Rheinuferpromenade über eine Wendeschleife zurückgeführt.

Haltebereiche für Reisebusse sind in der Wendeschleife sowie auf Höhe der Hatschiergasse vorgesehen. Fußgängerüberwege werden barrierefrei angelegt und im zweiten Bauabschnitt werden insgesamt 70 neue Fahrradständer installiert.

Josefstraße bis Theaterstraße: Baumallee und Nachbarschaftsplatz

Die Baumallee zwischen Josefstraße und Theaterstraße bleibt vollständig erhalten. Um den Bereich zum Wasser hin zu öffnen, wird die vorhandene Mauer durch breite Sitzstufen aus hellem Granitstein ersetzt, teilweise mit Sitzauflagen aus heimischen Hölzern. Die Treppe an der Hatschiergasse wird durch eine Rampe ergänzt, sodass dieser Bereich zukünftig auch barrierefrei zu erreichen ist.

Der Weg innerhalb der Baumallee wird etwas schmaler und erhält eine neue wassergebundene Wegedecke. Es bleiben mehrere ausreichend große Freiflächen für Boule-Spiele. Die Randbereiche werden entsiegelt und mit insektenfreundlichen Blütenmischungen angesät.

Der Parkplatz an der Kreuzung Josefstraße wird als kleiner Nachbarschaftsplatz mit Sitzmöglichkeiten und zwei Schachtischen entwickelt. Unterhalb der Kreuzung, an der Feuerwehraufstellfläche, ist ein neuer Toilettenstandort vorgesehen.

Theaterstraße bis Wachsbleiche: Tanzfläche und denkmalgerechte Gestaltung

Die Gestaltung des Bereichs unterhalb der Beethovenhalle unterliegt dem Denkmalschutz. Ein geometrisches Raster mit großformatigen Betonplatten und rechteckigen, bunten Staudenbeeten prägt diesen Bereich und bleibt erhalten. Die neue Gestaltung der angrenzenden Flächen greift die vorhandenen Strukturen in Form und Material auf und fügt sich so in den Bestand ein.

In Ufernähe unterhalb der Beethovenhalle soll eine circa 80 Quadratmeter große Tanzfläche entstehen. Der geringe Höhenunterschied zur Fahrradstraße wird durch eine Sitzmauer ausgeglichen. Zudem bietet ein Trinkwasserspender die Möglichkeit, sich kostenlos zu erfrischen. Zwischen Tanzfläche und Ufermauer wird ein neuer, mittelgroßer Klimabaum gepflanzt. Dieser Platz bietet zudem vielfältige Möglichkeiten für temporäre Veranstaltungen oder mobile Gastronomie. Ein Unterflurverteiler stellt die Stromversorgung sicher.

Die Skulptur „Welle“, welche bis 2003 am Brassertufer stand und nach einer Restaurierung eingelagert wurde, soll der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden. Sie wird oberhalb der Tanzfläche in ein Staudenbeet mit niedriger Bepflanzung integriert.

Wachsbleiche bis Rosental: Fitnessanlage und Trinkwasserbrunnen

In die Mauerböschung zur NATO-Rampe wird eine rund 30 Meter breite Sitztreppe integriert. Die NATO-Rampe bleibt für Feuerwehr und THW erhalten, kann aber zwischenzeitig auch für Freizeitaktivitäten ohne feste Einbauten genutzt werden.

Oberhalb der Ufertreppe wird ein Sport- und Fitnessangebot für alle Generationen geschaffen: Eine große, multifunktionale Calisthenics-Anlage bietet vielfältige Möglichkeiten mit dem eigenen Körpergewicht zu trainieren. Ein Fallschutzbelag aus Kunststoff macht die Anlage barrierefrei erreichbar und zugleich hochwasserfest. An einem Trinkwasserbrunnen können sich die Sporttreibenden zwischendurch erfrischen. An der Ecke Fritz-Schroeder-Ufer/ Wachsbleiche wird zudem eine weitere öffentlichen WC-Anlage errichtet.

Oberhalb der NATO-Rampe ist ein Standort für ein Denkmal für Moses Hess und seine Frau Sibylle Pesch vorgesehen. Dies geht zurück auf einen Bürgerantrag. Das Denkmal selbst wird in einem gesonderten Verfahren gestaltet. Bis zur Installation wird an der ausgewählten Stelle übergangsweise ein Gedenkstein aufgestellt.

Stadt erhält Fördermittel

Die Kosten für den zweiten Bauabschnitt betragen knapp sechs Millionen Euro. Die Stadt erhält Fördermittel aus der Städtebauförderung und aus der Nahmobilitätsförderung, ihr Eigenanteil liegt bei rund 1.045.000 Euro.

Gesamtüberblick: Rheinufer wird in drei Bauabschnitten neugestaltet

Die Umgestaltung des Rheinufers ist ein zentrales Projekt des Masterplans Innere Stadt und ist in drei Bauabschnitte unterteilt. Die Arbeiten für den ersten Bauabschnitt zwischen Josefstraße und Altem Zoll haben im September 2024 begonnen. Aktuell läuft die Herstellung der Verkehrsflächen zwischen Josefstraße und Rheingasse. Voraussichtlich Anfang Mai geht es dann weiter mit dem Straßenbau zwischen Rheingasse und Altem Zoll sowie den Arbeiten im Promenadenbereich. Ende 2025 soll der erste Bauabschnitt abgeschlossen sein.

Im Anschluss starten erste vorbereitende Arbeiten für den nördlich gelegenen zweiten Bauabschnitt zwischen Josefstraße und Rosental, für den jetzt die Entwurfsplanung beschlossen wurde. Mit der Umsetzung des südlichen dritten Bauabschnitts zwischen Altem Zoll und Zweiter Fährgasse ist ab dem Jahr 2027 zu rechnen.

Informationen im Internet

Weitere Informationen über das Projekt hat die Stadtverwaltung auf ihrer Internetseite  www.bonn.de/rheinufer (Öffnet in einem neuen Tab) veröffentlicht.