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Bundesstadt Bonn

Neues Schulzentrum Tannenbusch: Entwurfsplan und Kostenberechnung liegen vor

Das Schulzentrum Tannenbusch, bestehend aus der Freiherr-vom-Stein-Realschule und dem Tannenbusch-Gymnasium, erhält einen Neubau. Das hat der Rat der Stadt Bonn im Oktober 2021 beschlossen. Das Städtische Gebäudemanagement (SGB) hat nun die Entwurfsplanung samt Kostenberechnung veröffentlicht, über die der Rat am Dienstag, 22. August 2023, entscheiden wird. Nach aktuellem Stand wird das SGB Mitte 2025 mit dem Bau beginnen. Vorab sollen bereits Vorbereitungsarbeiten starten.

Rund 1.700 Schüler*innen des Tannenbusch-Gymnasiums und der Freiherr-vom-Stein-Realschule sollen im Neubau künftig Unterricht erhalten. Das neue Schulzentrum wird als sogenannte Clusterschule konzipiert, die nach den neuesten pädagogischen Erkenntnissen ein gutes gemeinschaftliches Sozialgefüge entstehen lassen und einen positiven Effekt auf die Lern- und Aufnahmefähigkeit der Schüler*innen haben. Lern- und Unterrichtsräume bilden mit den zugehörigen Differenzierungs-, offenen Aufenthalts- und Erholungsbereichen auf einer gemeinsamen Fläche eine Einheit. Diese Gestaltung orientiert sich an einem neuen pädagogischen Konzept, bei dem Lehrende flexibel die Lernformen wechseln können. Zudem schafft es räumliche Synergien. Das Gymnasium und die Realschule finden dabei weiterhin in zwei verschiedenen Gebäudeteilen Platz, verbunden durch eine gemeinsame Mitte.

„Ich freue mich, dass die Planung rund um das neue Schulzentrum weiter Form annimmt. Wir wollen sowohl das Gebäude als auch die Außenanlagen deutlich nachhaltiger gestalten, damit die Schulen auch langfristig für die Zukunft gewappnet sind“, sagt Oberbürgermeisterin Katja Dörner.

Nachhaltige Baustoffe, mehr Grünfläche und Artenschutz

Für den Neubau sieht das SGB ökologische, nachhaltige und schadstoffarme Baustoffe vor. Das Gebäude soll zudem eine breit angelegte Dachbegrünung mit integrierter Photovoltaikanlage sowie Fassadenbegrünungen erhalten. 

Mit den neu geplanten Außenanlagen wird sich der Grünflächenanteil um etwa 500 Quadratmeter vergrößern. Neben breiten Rahmengrünflächen soll er aus großen Grüninseln mit Blumenwiesen, Sträuchern und schattenspendenden Bäumen bestehen. Auch an Fahrradstellplätzen und an der Promenade entlang der Agnetendorfer Straße sollen Bäume gepflanzt werden. Die neuen Bäume dienen zugleich als Ersatz für diejenigen, die für die Außenanlagen entfernt werden müssen.

Um Insekten zu schützen, plant das SGB, staubdicht abgedeckte Lampen auf dem Gelände zu verwenden. Die Anzahl und Leuchtintensität soll möglichst gering ausfallen. Für den Artenschutz sind zudem an geeigneten Stellen Nisthilfen für Fledermäuse und Fassadenbrüter vorgesehen.

Besser erreichbar und barrierefrei

Die Außenanlagen werden voranging in Richtung Agnetendorfer Straße ausgerichtet, wodurch das Schulzentrum besser an das Stadtteilzentrum Tannenbusch angebunden und besser erreichbar sein wird. Eine optimierte Anbindung wird derzeit mit einer technischen Machbarkeitsstudie durch die Verwaltung geprüft. Diese bezieht sich auf die geplante Absenkung des Bürgersteigs an der Agnetendorfer Straße. Die Ergebnisse der Studie werden den politischen Gremien zu gegebener Zeit vorgestellt. 

Die Planung wurde mit der Behinderten-Gemeinschaft Bonn abgestimmt. Sämtliche Zugänge werden barrierefrei angelegt. Zudem erhält die Einrichtung behindertengerechte Toiletten und einen Aufzug für die Obergeschosse.

Finanzierung

Die Kostenberechnung liegt bei rund 129 Millionen Euro. Inklusive Risikozuschlag und jährlichen Baukostensteigerungen geht die Verwaltung derzeit von Gesamtkosten in Höhe von rund 180 Millionen Euro aus. Damit liegt eine Steigerung von etwa 36 Prozent im Vergleich zur Kostenschätzung aus dem Jahr 2021 vor. Hiervon entfallen allein 30 Prozent auf die Baupreissteigerung seit dem 1. Quartal 2021 (Grundlage der Kostenschätzung) bis Anfang 2023 (Grundlage der Kostenberechnung) auf Basis der Baupreisindizierung über Destatis (Statistisches Bundesamt). Die weitere Kostensteigerung in Höhe von rund sechs Prozent entfällt auf die tiefergehend fortgeführte Planung mit zusätzlichen Vorhaben, wie die Fassadenbegrünung, Maßnahmen gegen Vogelschlag, resistente Wandbekleidungen in den Fluren, Mehrflächen in Betonwerkstein sowie eine abgestimmte und aufwendigere Ausstattung der Medientechnik in der Aula.

Als Grundlage für den Entwurf hat die Stadt Bonn zusammen mit externen Fachleuten, den Schulleitungen, Eltern- und Schülervertreter*innen, Vertreter*innen der benachbarten Einrichtungen sowie Quartiersinstitutionen seinerzeit eine sogenannte Programmstudie erstellt.

Weitere Informationen, auch zu Förderprogrammen, gibt es in der  Beschlussvorlage (Öffnet in einem neuen Tab)im Ratsinformationssystem.